Gladbecker Schüler gewinnen Umweltpreis

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, gerade im Unterricht. Die Erich-Fried-Schule in Gladbeck zeigt, wie es geht. Belohnt wurde das Engagement vor Ort mit Platz 1 beim traditionsreichen Gladbecker Umweltpreis.

500 Schülerinnen und Schüler aus 15 Nationen besuchen die Hauptschule im Stadtteil Brauck. Mit ihrem Ganztagskonzept ist es den Lehrerinnen und Lehrern möglich, umfassend mit den Jugendlichen zu arbeiten und ihre Begabungen zu fördern. Dass die Schule damit erfolgreich ist, hat sie auch schon beim Umweltpreis 2020 unter Beweis gestellt. Damals hatte sie sich mit selbst gebauten Windrädern zur Stromerzeugung für die LED-Beleuchtung des Schulhofs beworben.

Ende 2023 konnte die Erich-Fried-Schule beim Gladbecker Umweltpreis nun erneut den Hauptpreis gewinnen. Bei der Preisverleihung mit dabei war der 16-jährige Ferhat Akgül, Mitglied der Metall-Arbeitsgemeinschaft (AG), die das Projekt umgesetzt hat: „Wir sind sehr stolz, dass unser über einen Solarkollektor beheiztes Gewächshaus zum Gemüseanbau ausgezeichnet wurde. Die Feierstunde mit Auszeichnung im Rathaus war für unsere AG ein besonderes Erlebnis.“

Mehrere Jahrgänge haben angepackt
Der pensionierte Bergbauingenieur Dietrich Seekamp betreut als angestellter Lehrer die AG. Er hat das Projekt von seinem Vorgänger in der Planungsphase übernommen. „Wir treffen uns in der AG zwei Stunden in der Woche“, erklärt Seekamp. „Deshalb sind auch mehrere Jahrgänge an diesem Projekt beteiligt gewesen, bis die Idee Wirklichkeit werden konnte.“ Der Vorgängerjahrgang hatte im Frühjahr 2023 das Fundament und das 7 Quadratmeter große Gewächshaus gebaut, der aktuelle Jahrgang konnte mit dem Bau der aus Sonnenenergie gespeisten Heizung die gesamte Anlage im Herbst 2023 erstmals in Betrieb nehmen.

Einer der beteiligten Schüler ist Maxim Seider. Der 16-Jährige erklärt: „Es ist toll, dass wir hier die Möglichkeit haben, gemeinsam etwas ganz praktisch zu realisieren.“ Seine Mitschülerin Erza Ljoki (15 Jahre) ergänzt: „Wir begreifen im Projekt handwerkliche und technische Zusammenhänge.“ Das Verständnis weiß Seekamp zu nutzen: „Wir werden dieses Jahr Zeit in die Optimierung unserer Anlage stecken.“ Stellschrauben sind die Temperaturregelung und die Speicherung von Photovoltaikstrom für den Betrieb der Umwälzpumpe der Heizungsanlage.

14-Jährige lernen nachhaltigen Gartenbau
Das Gewächshaus vermittelt nun Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse, wie sich Nachhaltigkeit mit der Nutzung von Sonnenenergie verbinden lässt. Dort kümmert sich die Bio-AG um Bepflanzung und Ernte im Gewächshaus.

Die Kinder lernen, dass es in den meisten Fällen nicht nachhaltig ist, Sommergemüse über das ganze Jahr zu essen. Will man im Einklang mit dem Klima leben, heißt es, im Winter zu verzichten. Denn Lebensmittel aus fernen Ländern zu importieren, schadet dem Klima. Und auch hierzulande sind Treibhäuser oftmals nicht die Lösung, da sie mit fossilen Energien beheizt werden.

Das von der Metall-AG errichtete Gewächshaus erlaubt es, diese Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. Und zugleich zeigt es auf, wie sich ein Gewächshaus dank Sonnenenergie ökologischer betreiben lässt. „Hier kann nun ab Frühjahr bis spät in den Herbst geerntet werden“, sagt Dietrich Seekamp.

Umwelt schützen und bewerben
Seit 1988 vergibt die Stadt Gladbeck jährlich den Gladbecker Umweltpreis. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis honoriert Projekte, die die Umweltbedingungen im Gladbecker Stadtgebiet verbessern. Unterstützt wird der Umweltpreis von der lokalen Wirtschaft, unter anderem von der ELE. Bewerben können sich sowohl Privatpersonen als auch Organisationen, Initiativen, Vereine, Kindergärten und Schulen, die mit ihrem Projekt Umwelt und Natur schützen, pflegen und erhalten. Der von einer Jury vergebene Preis wird auf mehrere Preisträger aufgeteilt. Auch in diesem Jahr wird der Umweltpreis wieder vergeben. Bewerbungen sind bis Oktober möglich.

Weitere Informationen unter: www.gladbeck.de/klima