„Unsere Kosteneinsparungen sind gewaltig“

Eine Energieversorgung quasi aus Bordmitteln – diese Idee hat ein Privathaushalt aus Gelsenkirchen-Schaffrath vor einem Jahr realisiert. Jetzt zieht Familie Buhle erstmals Bilanz.

Der 64-jährige Gärtnermeister Wolfgang Buhle schaut glücklich aus dem Fenster: „Die Vegetation entwickelt sich prächtig.“ Gerade regnet es. Eine Perspektive, die seine 56-jährige Frau Nicol mit Blick auf das große Hausprojekt der beiden aufgreift: „Auch 2023 war verregnet, die Jahresbilanz unserer Photovoltaikanlage hätte höher sein können. Dennoch sind wir mehr als zufrieden.“

Im April 2023 hatten die beiden den letzten Teil ihrer 43 Quadratmeter großen Solaranlage mit einer Gesamtleistung von 9,4 kWp in Betrieb genommen. Sie versorgt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die das Gebäude beheizt. Um möglichst viel der eigenerzeugten Energie auch selbst zu verbrauchen, haben die Eheleute einen 10-kWh-Batteriespeicher in Betrieb.

Energiebilanz kann sich sehen lassen
„Bevor wir in unsere Erneuerbaren- Lösung und die energetische Sanierung unseres 135 Quadratmeter großen Hauses investiert hatten, lag unser Verbrauch bei mehr als 16.000 kWh Gas fürs Heizen und Warmwasser sowie bei knapp unter 4.000 kWh Strom“, erklärt Wolfgang Buhle. „Jetzt verbrauchen wir insgesamt nur noch 6.000 KWh Strom – Heizen und Warmwasser inklusive.“

Mehr als 6.900 kWh produzierte die Photovoltaikanlage in der Jahresbetrachtung. 2.900 kWh wurden im Winter und bei lang anhaltenden Schlechtwetterphasen aus dem öffentlichen Netz bezogen. Knapp unter 4.000 kWh eigenerzeugten Strom gab Familie Buhle in das öffentliche Netz ab und erhielt dafür eine Vergütung. „Das passiert, wenn die Solaranlagemehr Strom produziert, als wir verbrauchen, und der Batteriespeicher voll ist“, erklärt Nicol Buhle.

Clever sparen bringt zusätzliche Vorteile
Entscheidend für den stark gesunkenen Gesamtverbrauch sind für das Ehepaar zwei Faktoren. „Die vergleichsweise günstige Dämmung des Dachbodens macht fürs Heizen viel aus“, sagt Wolfgang Buhle. „Wichtig ist auch, dass es für uns zur Gewohnheit geworden ist, in unserem Verbrauchsverhalten ein wenig auf das Wetter zu schauen“, erklärt Nicol Buhle. Mit Blick auf die App von Photovoltaikanlage und Speicher läuft die Waschmaschine bevorzugt, wenn die Wetterprognose stimmt. „Wir sind immer wieder überrascht“, sagt Nicol Buhle, „wie weit wir auch bei trübem Wetter mit dem eigenen Strom kommen.“